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Morgens betritt er die Baustelle und will nur hinauf auf den Kran, hier steht er über allem, hier hat er den Überblick. Die Sonne sieht er als Erster aufgehen, und als Erster sieht er die Stürme nahen; er sieht die Anlieferung der Bauteile, er sieht alles. Unter ihm: unfähige Mitarbeiter, unangenehme Erinnerungen, vertagte Entscheidungen – und eine Mutter im Krankenhaus. Hier oben ist er einsam, aber er kann nachdenken und Distanz gewinnen, unterbrochen höchstens vom Rauschen des Funkgeräts. Er kontrolliert das Geschehen, und selbst sein Vorgesetzter ist siebzig Meter unter ihm. Augenhöhe wäre anstrengender. Ein Stück über Höhenrausch und Grössenwahn eines grossen Einsamen, der sich dann nicht mehr in die Zukunft flüchten kann, als die Vergangenheit mit aller Kraft in die Gegenwart einbricht.
Der Prozess:
Dominik Busch und Patric Gehrig sind sich einig, dass das sogenannt freie Theaterschaffen oft durch Geldersuche, Dossierarbeit und Wartezeiten unfrei wird, an Spontanität verliert.
Zwölf Probetage und ein paar Zerquetschte. Das Stück „Die Einsamkeit des Kranführers“ entstand in einem Kraftakt. ein Text, der parallel zu den Proben entsteht, eine Bühne, die mit dem Stück wächst und Musik aus dem Moment heraus. Gemeinsam mit dem Luzerner Regisseur Damiàn Dlaboha und dem Dramaturgen Béla Rothenbühler musste Gehrig in kürzester Zeit eine Figur kennenlernen, eine Welt um sie herum bauen, noch bevor Busch den Text ganz fertig geschrieben hatte, ausprobieren, verwerfen, ein Leben erzählen auf zwei Quadratmetern.
Zwölf Tage und ein paar Zerquetschte, so haben wir den Kran gebaut.
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PRODUKTIONSTEAM:
Dominik Busch (Künstlerische Leitung & Text), Damiàn Dlaboha (Regie), Patric Gehrig (Künstlerische Leitung & Spiel), Saskya Germann (Künstlerische Leitung, Bühne & Kostüm), Béla Rothenbühler (Dramaturgie), Marc Unternährer (Tuba), Martin Wigger (Lichtdesign & -technik)
PRODUKTION:
Bureau Subsrat
KOLLABORATION:
Südpol Luzern
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